Termine

5.5.-7.5. Anarchistische Büchermesse in GRZ

DO, 5.5.

@ non grata (Reitschulgasse 17-21)

“Polizei existiert nicht als eine Institution, gegen die innerhalb der Philosophie argumentiert werden kann, sondern eher als eine Logistik des Einsatzes von Gewalt in der Bestrebung das Unmögliche herzustellen, eine absolute und totale Definition der Beziehungen zwischen Dingen, Menschen, Raum und Bewegung. Wir können uns der Frage der Polizei nicht als statisches Etwas annähern. Tatsächlich ist Polizei als eine Logistik im Raum eingerichtet, als etwas, das stattfindet…”

Wie können wir das, was polizeiliches Handeln ausmacht, besser verstehen, sodass wir nicht in die Falle tappen, uns darauf zu beschränken Polizeigewalt und Rassismus zu kritisieren. Was ist sie und was tut sie? Und welche Lücken tun sich in ihrem Handeln auf, um sie zu bekämpfen?

Das kürzlich ins Deutsch übersetzte Büchlein “Was ist Polizei?” versucht sich an einer Antwort, dessen These ich anhand von Auszügen vorstellen werde. Anschließend können wir über diese Frage, “Was ist Polizei?”, ausgehend von diesem Büchlein oder darüber hinaus, diskutieren.

FR, 6.5.

@ SUb (No Kaiser-Franz-Josef-Kai 66) für Büchermesse und @Spektral (Lendkai 45) für Broschüren und Büchervorstellungen sowie  Diskussionen

  • 11-20 Uhr: Büchermesse @ SUb
  • ab 14 Uhr: Vorstellung und Diskussion – “Routine und Langeweile. Textsammlung zur Rolle des Aktivismus und deren Kritik” @ SUb
  • ab 16 Uhr: Diskussion zu “Sozialer Individualismus” @ SUb
  • ab 18 Uhr: Lesung/Buchvorstellung: John Olday – 72 Jahre Rebellenleben @SUb

John Oldays Autobiographie von 1977, dem Jahr seines Todes, reicht von seiner Geburt 1905 bis Anfang der 40er Jahre. Diese Memoiren werden bald das erste Mal veröffentlicht werden, und wir wollen daraus etwas Vorgeschmack bieten.

Wilde Kindheit auf den Strassen Kiels und Hamburgs. Elend, Hungerunruhen, Plünderungen und Revolution. Kleinkriminalität, Spartakus und revolutionärer Bandenkampf. Auf der Landstrasse, Schwulenszene, Drogen und «Schwurbelei». Und dann im Untergrund und Exil gegen Hitler, Stalin sowie die Alliierten – im Versuch, in dieser Extremstsituation noch in Übereinstimmung mit anarchistischen Ideen zu kämpfen.

Wir wollen einige Episoden dieses abenteuerlichen Lebens wiedergeben, andeuten, aufzeigen…

…und vielleicht sorgen sie ja auch für etwas Diskussionsstoff.”

SA, 7.5.

@ SUb (No Kaiser-Franz-Josef-Kai 66) für Büchermesse und @Spektral (Lendkai 45) für Broschüren und Büchervorstellungen sowie  Diskussionen

  • 11-20 Uhr: Büchermesse @ SUb
  • ab 16 Uhr: Diskussion: Krisen und die Publikation “RASEREI” @ SUb

Anhand der neuen Publikation „RASEREI“ wollen wir über die Integration von Trauer, Schmerz und Krisen in anarchistischen Kämpfen sprechen. Um eine tiefere Auseinandersetzung zu eröffnen, müssen wir uns unweigerlich mit Fragen von Wut, patriarchalen Verhältnissen, Handlungsfähigkeit und auch Affinität befassen. Damit sich unsere Unvereinbarkeit mit dieser Welt nicht in Angst, Leere und Depression manifestiert, wollen wir Auseinandersetzungen führen, die sich der Stille entgegenstellen und versuchen Worte zu finden, für das, was uns so oft sprachlos macht.

Mehr ganz unten bei (1).

  • ab 18 Uhr: Diskussion: Anti-Militarismus @ SUb

Die militärische Auseinandersetzung in der Ukraine und an anderen Orten der Welt, zwingt die Frage auf, wie Anarchist*innen, Antiautoritäre und soziale Rebell*innen vor Ort und anderswo handeln können.

Es gibt eine Reihe von historischen Beispielen, die deutlich machen sollten, dass Logiken à la “Der Feind meines Feindes ist mein Freund” oder “Jetzt für die gemeinsame Sache, den großen gemeinsam Feind bekämpfen und sobald dieser besiegt ist, unsere Differenzen untereinander ausverhandeln” keine sind, die jemals zu einer emanzipatorischen Zukunft geführt haben: die Auseinandersetzung zwischen Bolschewiki, Anarchist*innen und Sozialrevolutionär*innen gegen “Weiße” zur Zeit des russischen Bürgerkriegs, die Geschichte der Machno-Bewegung (die von der roten Armee vernichtet wurde, nachdem der “gemeinsame Feind”, die “Weißen”, besiegt wurde), die Geschichte des spanischen Bürgerkriegs, die Geschichte in Rojava, usw.

Wie können Anarchist*innen in Zeiten der militärischen Auseinandersetzung hier agieren und wie können wir mit Anarchist*innen vor Ort zusammenarbeiten? Was bedeutet Kämpfen außerhalb einer militaristischen Logik? Welche emanzipatorisch-revolutionären Perspektiven gibt es?

Schlafplatzbörse

Ihr habt vor zur Buchmesse nach Graz zu kommen und wisst noch nicht wo ihr pennen könnt ODER ihr habt Platz in euren Zimmern in Graz für Leute aus anderen Städten? Dafür gibts jetzt die Schlafplatzbörse. Wir organisieren das ein bisschen damit
auch alle was finden!

Schreibt einfach an…

pyjamaparty2000@protonmail.com

…wie viele Menschen was und wann brauchen und ggfs Vorlieben. Und wenn ihr selbst Platz habt: wieviele Leute passen rein (gibt es Sofas oder sollen die Besucher*innen Isomatten uÄ mitnehmen) und gebt bitte Kontakt wie wir euch kontaktieren können.

Es wäre super wenn sich genügend WGs finden die für 1-2-3 Tage Leute aufnehmen können! See you in Graz!

PS: Wir versuchen auch nette Zeltplätze (inkl. Infrastruktur) zu organisieren…

Orte

HIER zum vergrößern der Karte anklicken.

Circle A: non grata (Reitschulgasse 17-21)

Circle B: Spektral (Lendkai 45)

Circle C: SUb (Kaiser-Franz-Josef-Kai 66)

Circle D: Hauptbahnhof (Europaplatz 4)

Circle E: Gratis Parkmöglichkeiten: insbes. Staatsbahnstr., Wieseng., Buchkogelg., Falkenhofg.). Ab Samstag 13:00 in ganz Graz gratis parken möglich.

 

Fußnoten und Ergänzungen

(1) Diskussion: Krisen und die Publikation “RASEREI”

„Auf diese Welt und ihre Strukturen mit Verzweiflung, Zusammenbruch und Taubheit zu reagieren scheint mir nicht allzu verwunderlich. Umgeben von einem immer weiter fortschreitenden technologischen Apparat, der unserer Welt strikte Raster auferlegt und sich entscheiden der Fantasie und Emotionalität entgegenstellt und den Mut raubt sich überhaupt noch etwas Anderes zu ersehnen. Unsere Leben werden diktiert von Ausbeutung, Zwang, Kontrolle und Vereinzelung, was die Entfremdung zu uns Selbst, unseren Beziehungen, unserer Zeit und Energie kreiert. Das damit einhergehende Fremdheitsgefühl, die Desorientierung und die Wut über die herrschende Verhältnisse haben uns auch zu den Anarchist*innen werden lassen, die wir sind. Und lässt uns weiterhin mit dieser Verlorenheit im Herzen andere Kompliz*innen finden…“

Wir haben geliebte Menschen verloren, haben uns durch Krisen durchgekämpft, sind an unsere Grenzen gegangen und sind diese teils auch übertreten. Umbruchprozesse, Trauer und Krisen erfordern sehr viel Kraft, Durchhaltevermögen und spezifische Auseinandersetzungen und es kann schwerfallen in solch überwältigenden Momente klare Gedanken zu fassen. Deswegen kann es sinnvoll sein bereits in ruhigeren Momenten Diskussionen untereinander zu stärken, auf die man sich dann berufen und diese vertiefen kann. Es geht hier nicht darum eine moralische Aussage über Lebens-Entscheidungen von Menschen zu fällen, vielmehr ein Zeugnis von dem unbändigen Schmerz zu geben, der in unseren Herzen sticht und die Schwierigkeit aufzuzeigen, die mit manchen Situationen einhergehen und auch der Überforderung und Ohnmacht Platz einzuräumen, die als Reaktionen auf psychische Prozesse einhergehen kann. Diese Ausgabe versteht sich als kleiner Beitrag dazu ein Gespräch und Diskussion zu beginnen, wie wir uns unserem psychischem Leid nähern können , um die Trauer und den Schmerz in unsere Kämpfe zu integrieren und sie nicht abspalten und verdrängen zu müssen, um handlungsfähig zu bleiben.“